Maca-Wurzel – Kraftaufbaumittel der Inka

Der Begriff „Maca“, mit dem die Maca-Wurzel beschrieben wird, stammt ursprünglich aus der Chibcha-Kultur. Er setzt sich aus den Wortsilben „ma“ für „aus höheren Lagen“ und „ca“ für „Nahrung, die stärkt“ zusammen. Bei den Inka gilt die Pflanze als traditionelle Heil- und Nahrungsmittelpflanze. Einst wurden die Soldaten während Kriegszügen damit versorgt, um diese zu stärken. Dadurch ist die Maca-Wurzel auch stark mit der Geschichte des Inkareiches verbunden. Selbst unter Extrembedingungen kann die vitalstoffreiche kleine Knolle eine vitalisierende Wirkung aufweisen.

Woher stammt die Maca-Pflanze?

Die Pflanze wird der Familie der Kresse-Gewächse zugeordnet, zu welcher auch Pflanzen wie Senf sowie verschiedene Kohl- und Rübenarten gehören. Als zwei- oder selten auch einjährige Pflanze wächst Maca in Form einer Rübe.

Sie gedeiht vor allem in den Hochanden bei mehr als 4.000 Metern Höhe unter teils extremen Witterungsbedingungen von 24 Grad Celsius am Tag und Minusgraden in der Nacht. Sie trotzt starkem Wind und intensiver UV-Bestrahlung und erreicht eine Wuchshöhe von zwölf bis 20 Zentimeter. Mit steigender Höhe steigt auch die Potenz der Pflanze, weshalb Maca-Produkte aus höheren Lagen deutlich teurer verkauft werden.

Die Maca-Pflanze aus dem Gebiet rund um den Junin-See gilt als qualitativ besonders hochwertig. Mit der Eroberung der Chinchay durch die Inka im 15. Jahrhundert wurde das Anbaugebiet für die Pflanze dann in alle geeigneten Regionen in den Hochanden ausgedehnt. Bis etwa in die 60er Jahre war der Anbau der Maca-Pflanze in Vergessenheit geraten, doch inzwischen nimmt er jährlich an Fahr auf. Noch immer stammt das beste Maca aus der Junin-Region, wo die Wiege der Maca-Kultivierung liegt. Das Mikroklima und die mineralreichen Böden sorgen für die Einzigartigkeit der Pflanze.

Ursprünglich stammt die Maca-Pflanze aus Peru. Mittlerweile wird sie aber auch in China kultiviert. Jedoch ist der Anbau hier aus toxikologischer Sicht zweifelhaft, selbst synthetische Maca-Präparate werden in China hergestellt. Wer also Maca kaufen möchte, sollte immer auf Qualität und Herkunft achten.

Was macht den peruanischen Anbau so besonders?

Maca-Produkte aus Peru sind naturbelassen und werden in traditioneller Handarbeit angebaut und weiterverarbeitet. Es wird weitgehend auf Landwirtschaftsmaschinen verzichtet, auch Pflanzenschutz- und chemische Düngemittel kommen nicht zum Einsatz. Wenn zusätzlich eine trockene, keimfreie Lagerung des fertigen Pulvers und eine traditionelle Sonnentrocknung gewährleistet, dann lässt sich hochwertiges Maca in Rohkostqualität gewinnen.

Inhaltsstoffe und Nährwerte der Maca-Wurzel

Zum größten Teil besteht die Wurzel aus Wasser, denn die Knollenwurzel selbst dient der Pflanze als Nährstoff- und Wasserspeicher. Dennoch liefert die kleine Knolle zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe.

Die Maca-Wurzel ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren. Enthalten sind in ihr:

  • Vitamine B1, B2, B5, B6, C
  • Mineralstoffe (z. B. Eisen, Jod, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Natrium, Phosphor, Zink)
  • Aminosäuren (z. B. Arginin, Glutaminsäure, Glycin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Threonin, Valin, u. a.)

Von Bedeutung sind aus ernährungsphysiologischer Sicht vor allem die essentiellen Aminosäuren. Der Körper kann diese Aminosäuren nicht selbst bilden und sie müssen deshalb mit der Nahrung aufgenommen werden.

Der Anteil an Nährstoffen ist vor allem in der frischen Wurzel sehr hoch. Jedoch ist es kaum möglich, in der westlichen Welt frische Maca-Wurzel zu kaufen. Aber auch in getrockneter Maca-Wurzel sind immer noch über 60 verschiedene Inhaltsstoffe enthalten.

Nährwertangaben pro 100 Gramm:

Energie325 kcal / 1.359,8 kJ
Fett3,6 Gramm
Kohlenhydrate71,4 Gramm
     davon Zucker31,1 Gramm
     davon Ballaststoffe7,1 Gramm
Eiweiß14,3 Gramm

So kann die Maca-Wurzel wirken

Die Wurzel ist in ihren Wirkeigenschaften sehr unterschiedlich. Wenngleich die Anwendungsgebiete pauschal gesehen recht ähnlich sind, unterscheiden sich die Wirkungen der unterschiedlichen Farben doch voneinander. Zwar variieren die eigentlichen Inhaltsstoffen in den unterschiedlich gefärbten Knollen nur gering, dennoch zeigen sich einige Unterschiede in der therapeutischen Anwendung.

Farbe der Knolle wird durch Anthocyane bestimmt

Die Wurzel ist zumeist cremefarben, aber auch Farbtöne wie weiß, rötlich, violett, braun und schwarz sind möglich. Die Knollen der gleichen Mutterpflanze können unterschiedliche Farben aufweisen, die wie folgt verteilt sind:

  • gelb zu 51 Prozent
  • lila zu 39 Prozent
  • rot zu 39 Prozent
  • schwarz zu 10 Prozent

Gerade Einheimische bevorzugen aufgrund des recht süßen Geschmacks vor allem gelbe Knollen.

Abhängig ist die Farbzusammensetzung der Ernte vor allem von der Anbauregion und der Zusammensetzung des Bodens. Der Verfärbungsgrad von rot über violett bis schwarz wird vom Gehalt an Anthocyan in den äußeren Knollenschichten bestimmt.

Obwohl die Inhaltsstoffe fast identisch sind, werden den unterschiedlichen Farben auch unterschiedliche Wirkungen zugeschrieben. Dadurch kam es in neuerer Zeit auch zu einer Spezialisierung bei der Herstellung von Maca-Produkten. Im Rahmen der traditionellen Verwendung kommt es nicht zu einer Trennung der unterschiedlichen Farben, die Maca-Wurzeln werden gemischt getrocknet und weiterverarbeitet. Zwar können Studien keine deutlichen Unterschiede bei den Inhaltsstoffen feststellen, bei therapeutischen Anwendungen zeigen sich aber immer wieder unterschiedliche Wirkungen der verschiedenen Farbvarianten.

Wirkungen der schwarzen Wurzel

Schwarzes Maca soll die männliche Libido sowie die Spermienqualität und die Potenz positiv beeinflussen können. Weiterhin soll es die sportliche und auch nervliche Leistungsfähigkeit (1) steigern und in konzentrierter Form auch den Testosteronspiegel anheben können.

Wirkungen der roten Wurzel

Die rote Wurzel wird häufig zur Vorbeugung sowie Rückbildung von leichten, altersbedingten Prostatavergrößerungen eingesetzt. Aber auch der weibliche Zyklus lässt sich damit ausgleichen. Zudem kommt sie zur Anwendung, wenn es um die Wiederherstellung der weiblichen Fruchtbarkeit (2) und der Behandlung von Stresserkrankungen (z. B. Burn-Out, chronische Erschöpfung) geht.

Wirkung der lila Wurzel

Die lilafarbene Maca-Wurzel wird häufig dem roten Spektrum zugeordnet und deshalb auch rotem Maca beigemengt. Es soll vor allem bei Beschwerden während der Wechseljahre, beginnend mit der Prämenopause, hilfreich sein.

Wirkung der gelben Wurzel

Gelbes Maca soll den weiblichen Hormonhaushalt während der Postmenopause stabilisieren können und sowohl bei Männern als auch Freien das Gemüt aufhellen und die Libido steigern.

Allgemeine Wirkungen der Maca-Wurzel

Ganz allgemein werden der Wurzel aufgrund ihrer Inhaltsstoffe folgende Wirkeigenschaften nachgesagt:

  • antibakteriell und antiviral
  • antimykotisch
  • antioxidativ
  • aphrodisierend
  • potenz- und fruchtbarkeitsfördernd
  • angstreduzierend
  • antidepressiv
  • immunstärkend
  • stressmildernd
  • cholesterinsenkend
  • verdauungsregulierend

Sind bei der Anwendung von Maca Nebenwirkungen zu erwarten?

Da die Knolle nicht nur ein Naturprodukt ist, sondern auch als Grundnahrungsmittel gilt, zeigen sich in der Regel keine Nebenwirkungen bei der Anwendung von Produkten.

Das heißt allerdings nicht, dass jeder Anwender Maca gleich gut verträgt. In Maca sind unter anderem Senfölglycoside enthalten. Sie wirken wie ein natürliches Pestizid und können im Körper des Menschen zu immunsteigernden Funktionen führen. Menschen mit einer empfindlichen Magen- und Darmschleimhaut empfinden diese Stoffe jedoch als reizend, weshalb ihnen die Anwendung eines vorgekochten gelatinierten Maca-Produkts empfohlen wird.

In der Pflanze selbst sind zudem potentiell psychoaktive Beta-Carboline enthalten, allerdings in einer nur sehr geringen Menge bezogen auf eine Tagesportion. Toxikologisch bedenklich ist deshalb auch nur der Verzehr von mindestens einem Kilogramm Maca täglich, was aber nicht vorkommt.

Da die Wurzel aber eine stark hormonelle Wirkung aufzuweisen scheint, kann dies mitunter als Überforderung wahrgenommen werden. Es kann zu Schlaflosigkeit, einer extremen Steigerung der Libido oder auch zu Herzrasen kommen. Aus diesem Grund wird auch zu einer einschleichenden Dosierung geraten. Bei Bedarf sollte die Verzehrmenge reduziert werden. Vor allem Frauen, bei denen ein Testosteron-Überschuss vorliegt, sollten schwarzes Maca nicht anwenden, um ihren Zustand nicht zu verschlimmern.

Eine toxikologische Bedenklichkeit liegt jedoch vor, wenn Maca alt ist oder aber schlecht verarbeitet sowie feucht gelagert wurde. Hier können sich Schimmelpilze bilden, die dann schädigend wirken können. Nur bei sachgemäßer Trocknung sowie Lagerung ist keinerlei Gefahr zu erwarten.

Nennenswert wäre noch der hohe Gehalt an Kalium. Gerade Menschen mit chronischer Niereninsuffizienz, denen zu einer gedrosselten Kalium-Zufuhr geraten wird, sollten hier vorsichtig bei der Anwendung sein.

Wenngleich es sich bei Maca um ein reines Naturprodukt handelt, wird dennoch auch Schwangeren der Verzehr nicht empfohlen. Zwar liegen bislang noch keine Hinweise auf negative Folgen für die Schwangerschaft vor, dennoch ist hier Vorsicht geboten. Möchte eine schwangere Frau in Eigenverantwortung Maca verwenden, dann sollte sie möglichst zu einem schonenden, gelatinierten Maca-Produkt greifen und es mit der Dosierung nicht übertreiben.

Maca-Wurzel – Die verschiedenen Darreichungsformen und die richtige Dosierung

Die Wurzel selbst lässt sich frisch nicht aus ihrer Anbauregion nach Europa transportieren. Zur Steigerung der Haltbarkeit und auch zur Reduzierung des Volumens wird sie deshalb noch in ihrem Anbauland zu Pulver verarbeitet und dann weiter verkauft. Der Geschmack von Maca-Pulver ist sehr gewöhnungsbedürftig, weshalb im Handel auch Kapseln erhältlich sind. Diese enthalten das Pulver und haben einen neutralen Geschmack. Kapseln mit Maca-Pulver schützen das Pulver selbst vor der aggressiven Magensäure, wodurch die Absorption erhöht wird.

Als geeignete Dosierung vom Pulver werden pro Tag etwa drei bis sechs Gramm empfohlen. Allerdings ist für die Dosierung auch der Anwendungszweck entscheidend. Zur Steigerung der Libido kann oft schon eine geringe Dosis ausreichend sein, höhere Dosen sind für das Wachstum von Muskeln notwendig. Allerdings sollte bei der Anwendung immer auch auf die Angaben des Herstellers geachtet werden. Verzehrmengen, welche die empfohlene Tagesdosis deutlich überschreiten, werden immer auf eigene Gefahr eingenommen.

Neben Maca-Pulver oder auch –Extrakt sind auch Tinkturen erhältlich. Aufgrund ihrer Herstellungsart ist die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe anders als bei Pulver und Extrakt.

Tinkturen können auf Alkohol- oder Glycerinbasis zubereitet werden und sind für bestimmte Anwendungen aufgrund ihrer besonders starken Wirkung zu empfehlen. In der Regel werden Maca-Tinkturen auf Alkoholbasis hergestellt. Glycerinauszüge sind zwar eher selten, jedoch sind hier die wertvollen Bestandteile der Wurzel noch vollständig erhalten. Tinkturen auf Glycerinbasis enthalten dabei auch die für einige Menschen nicht verträglichen Senfölglycoside, können aber auch von trockenen Alkoholikern problemlos angewendet werden.