Zucker — neun Fragen und Antworten zur Süße unseres Alltags

Der Konsum von Zucker nimmt kontinuierlich zu. Jahr für Jahr. Im Jahr 2018/2019 wurde der Zuckerkonsum auf knapp 187 Millionen Tonnen weltweit geschätzt. Bei uns in Deutschland werden pro Kopf rund 35 Kilogramm im Jahr verzehrt. Diese Menge ergibt sich nicht aufgrund des Verzehrs von reinem Kristallzucker. Zucker ist in sämtlichen Lebensmitteln versteckt. Wir konsumieren diesen täglich in kleinen sowie großen Mengen.

In der heutigen Zeit kochen wir uns weniger Mahlzeiten aus frischen Zutaten. Wir greifen im Supermarkt gerne auf das Sortiment von Fertig- und Tiefkühlprodukten zurück. Der Alltag wird uns dadurch enorm erleichtert. Unsere Vorräte an Süßigkeiten und Chips im Haushalt sind vielseitig. Gerade zwischendurch oder vorzugsweise am Abend naschen wir in viel zu großen Portionen.

Unser Tagesbedarf an Zucker liegt bei 50 Gramm. Betrachten wir uns nun die geschätzten 35 Kilogramm pro Kopf in einem Jahr ist festzustellen, dass wir .weit“ über unserem Bedarf liegen. Diese enorme Zuckerzugabe an unseren Körper wirkt sich negativ auf unsere Gesundheit aus. Wir bemerken dies meist nicht sofort, sondern erst nach einem langen Zeitraum. Es ist ein schleichender Prozess, welchem wir uns noch immer zu wenig bewusst sind.

In diesem Ratgeberartikel befassen wir uns mit folgenden Fragen:

  • Wie wurde Zucker vom Luxusgut zum günstigen Industrieprodukt? – Wie wird industrieller Zucker hergestellt?
  • Was ist der Unterschied zwischen Industrie- und Fruchtzucker? – Wie gesund sind Fruchtsäfte?
  • Wie wird Zucker zum gesunden Energielieferanten für uns? – Wie sehr werden bereits unsere Kinder überzuckert?
  • Welche Krankheitsgefahren birgt ein zu hoher Zuckerkonsum? – Wie gehen andere Länder mit dem Thema Zucker um?
  • Welche Wirkung ergibt sich bei einer zuckerarmen Ernährung?

Zucker wird vom Luxusgut zum günstigen Industrieprodukt

Bis zum 18. Jahrhundert war Zucker ein wahres Luxusgut. Es wurde in der Karibik aus Zuckerrohr gewonnen und daraufhin nach Europa verschifft. In Europa war er vorerst weiterhin Luxusgut und diente als Arzneimittel. Ab 1500 wurde Zuckerrohr auf Plantagen weltweit angebaut und vor Ende des 16. Jahrhunderts wurde diemoderne Raffination des Zuckers entwickelt.

Andreas Sigismund Marggraf (ein deutscher Chemiker) entdeckte 1747 den Gehalt an Zucker einer Zuckerrübe und bereits um 1800 wurden weltweit in etwa 250.000 Tonnen Rohrzucker hergestellt. Die industrielle Grundlage für die

Zuckerproduktion schaffte der Chemiker und Naturwissenschaftler Franz Carl Achard um 1801.

Die industrielle Herstellung des Zuckers machte diesen ab etwa 1850 zum Produkt destäglichen Bedarfs. Grund dafür war, dass der Zuckerpreis dadurch sank.

Über die Hälfte der Produktion des Zuckers entstand 1900 aus Rüben und betrug über 10 Millionen Tonnen.

Um die Jahrhundertwende (ab 1900) wurde die ICUMSA gegründet. Zu Deutsch: Internationale Kommission für einheitliche Methoden der Zuckeranalyse

Die Herstellung von industriellem Zucker

Die Zuckerrüben werden nach dem Einsammeln vorgereinigt und erneut gesäubert. Im Anschluss werden sie so weit zerkleinert, bis kleine und schmale Streifen entstehen. Sie werden im Wasserbad gekocht und der enthaltene Zucker geht allmählich nahezu in das Wasser über. Dem Zuckerwasser wird Kalk hinzugegeben. Dieser hat die Aufgabe das Wasser zu binden und Verunreinigungen herauszufiltern. Zusätzlich wird Kohlensäure zugegeben, um den Kalk optimal mit den nicht gewünschten Bestandteilen zu verbinden. Diese Bestandteile setzen sich auf dem Boden ab und können aus dem Zuckerwasser entfernt werden.

Das Zuckerwasser wird nochmals gefiltert und es entsteht das Zwischenprodukt des Dünnsafts. Dieser Saft wird mehrfach wiedergekocht, um das Wasser zu entziehen. Durch diesen langen Prozess entsteht Dicksaft. Der Dicksaft besitzt eine ähnliche Konsistenz wie Sirup und wird erneut gekocht. Beim Kochen wird der Dicksaft mit kleinsten Zuckerkristallen geimpft. Hierdurch entstehen neue Zuckerkristalle. In einer Zentrifuge wird der Sirup von den neu entstandenen Zuckerkristallen getrennt.

Nach der Zentrifugierung ergibt sich Weißzucker und ein Teil des Sirups bleibt erhalten. Dieser wird nochmals gekocht, geimpft und zentrifugiert und ein weiteres Mal. Nach dem zweiten Mal ergibt sich Rohzucker und nach dem dritten Mal Nachproduktzucker. Der Sirup bleibt nun außenvor und lediglich der Rohzucker und Nachproduktzucker wird gekocht, geimpft und zentrifugiert. Durch diesen Vorgang ergibt sich der Erhalt des raffinierten Zuckers. Dieser Zucker ist jener, welcher sich in den meisten unserer Haushalte finden lässt.

Der Unterschied zwischen Industrie- und Fruchtzucker

Industriezucker

Der sogenannte Industriezucker, auch Fabrikzucker genannt, ist der in unserem Haushalt üblich vorhandene Kristallzucker. Die chemische Bezeichnung lautet Rohrzucker. Hergestellt wird der Industriezucker aus dem Zuckerrohr und in Europa aus der Zuckerrübe. Diese Zuckerarten werden im Zuge der Raffinationsprozesse künstlich hergestellt. Nach Fertigstellung des Prozesses entstehen rein isolierte Konzentrate.

Wird der Zuckerrohr und die Zuckerrübe raffiniert, verlieren sie somit all ihre Vitalstoffe. Diese werden ihnen bei diesem Prozess entzogen. Uns bleibt ein isoliertes Kohlenhydrat mit versteckten Kalorien. Beim Kauf von Lebensmitteln ist es uns erschwert möglich herauszufinden, wie viel oder ob Industriezucker beigefügt worden ist. Es gibt über 80 verschiedene Bennungen für diesen. Die wenigsten von uns werden darauf ein großes Augenmerk beim Lebensmitteleinkauf legen.

Hier eine kleine Aufstellung zwölf möglicher Betitelungen des industriell hergestellten Zuckers auf Verkaufsverpackungen:

  • Saccharose
  • Dextrose – Maissirup – Fructose – Lactose
  • Feinzucker – Ahomsirup
  • Kristalline Fructose – Molkenpulver
  • Raffinierter Sirup
  • Stärkesirup

Alternative: Birkenzucker

Fruchtzucker

Fruchtzucker bezeichnet die natürliche Form des Zuckers. Wir finden diesen vorwiegend in Obst und Gemüse. Im Gegensatz zum Industriezucker bleiben die Vitalstoffe erhalten. Da wir das Obst oder Gemüse im Ganzen verzehren. Durch die Beibehaltung der lebensnotwendigen Vitalstoffe ist es unserem Köper möglich, den aufgenommenen Fruchtzucker reibungslos zu verarbeiten. Fruchtzucker, auch Fructose, ist ein Einfachzucker. Industriell hergestellter Zucker beispielsweise, wird auch Zweifachzucker genannt.

Verschiedene Fruchtsäfte und deren Fruchtzuckeranteil

Um uns gesünder zu ernähren, setzen wir den Verzehr von Obst in Form von Fruchtsäften mit auf unseren Speiseplan. Ist es uns nicht möglich genug Obst oder Gemüse zu essen, vertrauen wir darauf, unseren täglichen Bedarf mit diversen Säften zu decken. Es stellt sich jedoch die Frage, ob diese wirklich

so gesund sind, wie wir glauben. Gleichzeitig ist zu unterscheiden, zu welchem Saft wir im Lebensmittelregal greifen.

Fruchtsäfte sind von Natur aus süß. Sie enthalten eigenen Fruchtzucker und sind reich an Vitaminen. Trinken wir ein Glas Saft, ist dies zum Teil gesund. Nehmen wir Obst in Form von flüssigen Getränken zu uns, gelangt der Zucker schneller in unserer Blutlaufbahn, als würden wir uns dazu entscheiden einen Apfel zu essen. Unser Blutzucker schnellt in die Höhe und unser Körper kann den Zucker nur langsamer abbauen.

Des Weiteren ist es wichtig, welcher Saft in unserem Kühlschrank auf uns wartet. Gerne werden den Säften weitere Süßungsmittel zugegeben. Um das Trinken halben Zuckerwassers zu vermeiden, eine Erläuterung der angebotenen Fruchtsäfte.

Fruchtsaft beziehungsweise Direktsaft

Der Fruchtsaft, auch Direktsaft, besteht zu 100 Prozent aus Fruchtfleisch. Die Früchte wurden ausgepresst und kurzzeitig erhitzt, um Keime abzutöten. Nach diesem Vorgang wird er sofort in Flaschen umgefüllt.

Fruchtnektar

Nektar besteht zwischen 25 und 50 Prozent aus frischer Frucht. Der fehlende Anteil wird durch Wasser komplettiert. Durch die Streckung mit Wasser, lässt natürlich der Geschmack der Frucht nach. Deshalb wird oftmals Zucker oder andere Süßungsmittel zugefügt. Im Anschluss wird der Nektar ebenfalls erhitzt und in Flaschen umgefüllt.

Saft aus Konzentrat

Saft aus Konzentrat besteht aus 100 Prozent Fruchtanteil. Hierbei wird dem Saft durch Erhitzen, Wasser entzogen und in Konzentrat umgewandelt. Grund für die Umwandlung in Konzentrat sind meist die weiten Wege. Gewisse Früchte wachsen vorwiegend in warmen Ländern. Ein Fruchtkonzentrat lässt sich besser in andere Länder verschicken als purer Saft.

Um den Saft zum Verkauf erneut zu verflüssigen, wird das entzogene Wasser wieder hinzugefügt. Auf diese Weise entsteht der Saft aus Konzentrat mit 100 Prozent Fruchtanteil.

Der Nachteil dieses Saftes sind die hohen Temperaturen. Durch das Erhitzen gehen viele Vitamine und Mineralstoffe der Frucht verloren.

Fazit

Saft ist definitiv nicht ungesund. Beim Kauf sollten wir lediglich die richtige Wahl treffen und vorrangig auf Fruchtsaft / Direktsaft zurückgreifen. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe auf der Flasche ist stets von Vorteil.

Das Trinken von Fruchtsäften ist in Maßen zu genießen. Weitaus gesünder wird es, wenn wir einen ausgewählten Saft als Scholle trinken.

Zucker als Energielieferant

Das Gefühl von Unterzuckerung lässt uns oftmals ein und denselben Fehler

begehen. Wir greifen zu Gummibärchen, Traubenzucker oder Schokolade, um an neue Energie zu gelangen. Süßigkeiten bestehen zum Großteil, wenn nicht beinahe gänzlich aus Zucker. In unseren Köpfen ist die Einbildung vorhanden, dass genau dies der richtige Griff in diesen Situationen ist. Tatsächlich ist dies eine wahre Fehlentscheidung unsererseits.

Der glykämische Index, kurz .Glyx“, genannt, dient der Ermittlung unseres Blutzuckerspiegels in Dauer und Höhe. Stellen wir uns ein Diagramm vor, in welchem die Höhe unseres Blutzuckerwertes vertikal und die Dauer dessen horizontal verläuft. Greifen wir nun zu einem Snack, welcher zum größten Teil nur aus Zucker besteht, schießt unser Blutzuckerwert rasch in die Höhe. Da es sich um konzentrierten Zucker handelt, bleibt uns der Energieschub nicht lange erhalten. So schnell wir diesen Schub bekommen haben, so rasant verlieren wir ihn wieder.

Weitere negative Faktoren verbergen sich hinter dem Handeln, Süßigkeiten als Energielieferant zu nutzen. Durch den radikalen An- und Abstieg unseres Blutzuckerwertes greifen wir oftmals erneut zu etwaigen Zuckerbomben. Zucker macht uns süchtig. Diesbezüglich fährt nicht nur das Diagramm des glykämischen Index Achterbahn, sondern vor allem der Blutzuckerspiegel in unserem Körper. Wir fühlen uns nach dem Verzehr voller neuer Energie und im nächsten Moment wieder schlapp. Unserer Gesundheit leidet mit diesem wiederholten Vorgehen immens.

Vorteilhaft ist es also, zu Lebensmitteln mit einem niedrigen glykämischen Index zu greifen. Der Blutzuckerspiegel schnellt nach dem Verzehr nicht in die Höhe und es ist für unseren Körper wesentlich gesünder. Die Energiezufuhr benötigt einen etwas längeren Zeitraum, bleibt uns diesbezüglich, aber länger im Körper erhalten.

Zu Lebensmitteln mit einem niedrigen glykämischen Index zählen unter anderem:

  • Äpfel
  • Auberginen
  • Birnen
  • Blumenkohl
  • grüne Bohnen
  • frische Erdbeeren
  • Karotten
  • Nüsse
  • Sonnenblumenkeme – Stachelbeeren

Tipp: Kokosblütenzucker

Die ungeahnte Überzuckerung unserer Kinder

Bereits als Neugeborene werden unsere Geschmacksknospen auf Süße eingestellt. Das liegt daran, dass die Muttermilch bereits leicht süßlich schmeckt. Dennoch ist zu erwähnen, dass dies nicht zu einem zu hohen Zuckerkonsum der Kinder führt. Die Entwicklung des Geschmackssinns findet in den ersten zwei Jahren des Lebens unseres Kindes statt. Greifen wir in dieser Entwicklungsphase zu

gesüßten Säften, um den Durst unseres Kindes zu stillen, entsteht ein Gewöhnungseffekt. Unser Kind möchte weiterhin nicht nur süße Getränke, sondern wird zukünftig ebenfalls gesüßte Speisen bevorzugen. Der Verzehr von Zucker macht süchtig und ist nicht lediglich für uns Erwachsene eine Gefahr, sondern vor allem für unsere Kinder.

Ist der Fokus auf „süß“ gerichtet, ist dies lebensbegleitend für unsere Kinder und wirkt sich in der Zukunft negativ auf ihre Gesundheit aus.

Ihre Folgen können sein:

– Karies

– Übergewichtigkeit bis hin zu Adipositas (Fettleibigkeit)

– nichtalkoholische Fettleber

– Diabetes

– Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems

– das Metabolische Syndrom (hierbei sind die drei Krankheitsbilder von Diabetes,

Übergewichtigkeit und Bluthochdruck in einer Krankheit zu verstehen)

Wir achten meist zu wenig darauf, was wir unserem Kind zum Trinken, zum Essen oder als Süßigkeit geben. Kinder besitzen einen weitaus geringeren Energieverbrauch als Erwachsene.

Ihr täglicher Zuckerbedarf liegt, inbegriffen der Altersunterschiede von drei, sechs und zehn Jahren, bei 25 Gramm, 35 Gramm und 45 Gramm.

Hier ein kleines Beispiel zur Veranschaulichung:

– eine Portion Pommes mit zwei Päckchen Ketchup (Zucker circa 7 Gramm) – ein Glas Apfelsaftschorle mit 0,2Liter (Zucker circa 11 Gramm)

– eine (Kinder)-handvoll Gummibärchen (Zucker circa 10 Gramm) – ein Schokoriegel zur Belohnung (Zucker circa 6,5 Gramm)

Lediglich diese Auflistung, welche keine weiteren Lebensmittel aufführt, regt zum Nachdenken an. Dies allein sind bereits 34,5 Gramm Zucker und nicht inbegriffen ist das Frühstück und weitere Getränke sowie Kleinigkeiten, welche es über den Tag verteilt gibt.

Oftmals hört sich ein Schokoladenriegel und ein Glas gesüßter Saft nicht viel an. Zucker ist jedoch reichlich darin versteckt. Deshalb empfiehlt es sich unsere Kinder von Beginn an, an ungesüßte Leckereien zu gewöhnen. Ihnen den

Grundstein für eine gesunde Ernährung zu legen und den Folgen in Bezug auf die Gesundheit vorzubeugen.

Mögliche Erkrankungsgefahren durch überhöhten Zuckerkonsum

Zucker stellt in zu hohen Mengen konsumiert, eine große Gefahr für uns dar. Einige Krankheitsbilder wurden schon erwähnt, doch sollen nachfolgend für uns erläutert werden.

Karies

Die Entstehung von Karies ist überwiegend auf den übermäßigen Verzehr an süßen Nahrungsmitteln zurückzuführen. Karies ist ein bakterieller und chemischer Prozess.

Die Mineralstoffe, welcher der Zahn verliert, können nicht schnell genug wiederaufgebaut werden. Im Mundraum treffen verschiedene Mikroorganismen aufeinander. Diese Organismen wandeln Zucker in Säure um. Normalerweise gibt es eine stete Demineralisierung und Remineralisierung in unserem Mundraum, die alles im Gleichgewicht hält. Bei zu hohem Konsum von zuckerhaltigen Lebensmitteln (und einer möglicherweise unzureichenden Mundhygiene) gerät dieses Gleichgewicht ins Wanken. Karies entsteht.

Karies beginnt langsam und unbemerkt. Es greift die Zahnoberfläche an und frisst sich allmählich in den Zahn hinein. Folgen wie Löcher in den Zähnen oder gar abgebrochene Zähne, was lediglich durch das Abbeißen eines Stück Brotes geschehen kann, entstehen.

Übergewicht

Übergewicht entsteht bei einer übermäßigen Ernährung an zu reichen Nahrungsmitteln mit vielen Kohlenhydraten. Das Bauchfett ist nicht lediglich äußerlich zu erkennen, sondern setzt sich auch im Körper als Fett um die Organe an. Fakt ist, dass die Anzahl der Übergewichtigen stetig prozentual zunimmt. Kleinkinder und Heranwachsende beginnen weitaus früher an Übergewicht zu erkranken als noch vor Jahren.

Adipositas

Ein starkes Übergewicht kann zu Adipositas führen. Darunter ist eine Fettleibigkeit zu verstehen. Durch einen zu hohen Konsum an kalorienreichen Lebensmitteln wird dem Körper mehr Energie zugeführt, als dieser verarbeiten kann. Der Körper wandelt diese aufgenommene Energie in Fette um und verursacht diese schwere Krankheit. Der BMI (Body-Maß-Index) bei Menschen mit dieser Erkrankung liegt weit über dem Durchschnitt und ist lebensgefährlich für die Betroffenen.

Nichtalkoholische Fettleber

Menschen, die an Adipositas leiden, besitzen meist eine nichtalkoholische Fettleber. Eine nichtalkoholische Fettleber kommt ebenfalls durch zu hohen Zuckerkonsum zustande. Zucker wird in unserer Leber verarbeitet. Unsere Bauchspeicheldrüse produziert nach der Aufnahme mehr Insulin, um den Arbeitsprozess unserer Leber zu verbessern. Arbeitet unserer Leber nicht mehr richtig, setzt sich Leberfett an. Somit entsteht eine nichtalkoholische Fettleber.

Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 war vorrangig als Altersdiabetes“ betitelt.

Heutzutage leiden jedoch bereits Jugendliche darunter. Diabetes entsteht bei einer zu reichen Ernährung an Kohlenhydraten und in den meisten Fällen sind Betroffene bereits übergewichtig und es mangelt ihnen an Bewegung. Die genaue Entstehung von Diabetes wird untenstehend erklärt.

Über zuckerhaltige Lebensmittel, wie Süßigkeiten, erhält unser Körper schnelle Energie. Ihr Bestandteil sind Kohlenhydrate. Werden diese Kohlenhydrate nach dessen Aufnahme in unserem Körper zerlegt entsteht der Zuckerbaustein Glucose. Glucose ist der Energieträger, welcher in unsere Zellen abgegeben werden muss. Hierfür wird ebenfalls das Hormon Insulin benötigt. Die Zellen werden durch das körpereigene Hormon geöffnet und dem lebenswichtigen Bestandteil Glucose wird es möglich von den Zellen aufgenommen zu werden. Energie wird erzeugt.

Bei Süßspeisen steigt unser Blutzuckerwert schneller an als bei der Aufnahme von Kohlenhydraten wie beispielsweise Brot, Milch oder Käse. Verzehren wir Süßigkeiten und bekommen einen Energieschub, schüttet unser Körper Insulin aus und bringt damit unseren Blutzuckerspiegel wieder ins Gleichgewicht. Ein rasanter Anstieg und ebenfalls der verbundene Abfall, lässt unser Hungergefühl rascher ansteigen. Es beginnt ein Kreislauf.

Beginnen wir nun durch diesen fatalen Kreislauf zuzunehmen, wird dies nicht lediglich äußerlich sichtbar, sondern auch im Körper bildet sich das Bauchfett in und um die Organe.

Dieses Fett sendet Botenstoffe aus und die Bauchspeicheldrüse schüttet mehr Insulin aus. Es werden erneut Fettreserven gespeichert.

Unsere Zellen benötigen Phasen zur Regeneration. Essen wir aber stets vorwiegend ungesunde Lebensmittel, bringt dies schwerwiegende Folgen mit sich. Unser Körper produziert Insulin im Übermaß, so dass dieses und die lebensnotwendige Glucose an die Zellen abgegeben werden können. Sind unsere Zellen diesbezüglich überlastet, verschließen sie sich. Unsere Zellen werden

gegen das Hormon unempfindlicher und entwickeln über kurz oder lang eine sogenannte Insulinresistenz. Unsere Bauchspeicheldrüse produziert so lange weiterhin Insulin, bis sie schließlich aufgibt und keine körpereigene Insulinproduktion mehr stattfinden kann. Die Krankheit Diabetes entsteht.

Metabolisches Syndrom

Ein Syndrom beinhaltet mehrere Symptome oder gar Krankheitsbilder. Beim Metabolischen Syndrom weisen Betroffene oftmals Übergewichtigkeit und erhöhte Werte von Blutfett, Blutdruck und Nüchtemblutzucker auf. Das Metabolische Syndrom ist ein entzündlicher Zustand und steigert das Risiko an Diabetes zu erkranken und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erleiden. Es wirkt sich

beispielsweise auch auf die Blutgerinnung und Hormone, wie die Schilddrüse, aus.

Der Umgang mit Zucker in anderen Ländern

Der Zuckerkonsum steigt drastisch an. Einige Länder haben sich bereits mit diesem Thema auseinandergesetzt und Maßnahmen ergriffen. Sie sollen das Konsumverhalten einschränken und den Menschen helfen, den Gefahren des Zuckers vorzubeugen. Es handelt sich hierbei um die sogenannte Zuckersteuer und die Lebensmittelampel.

Norwegen hat schon länger eine Zuckerst euer erhoben. Diese wurde 2018 immens erhöht. Auf über 80 Prozent. Seit dieser Steuererhöhung wurden weit über zehn Millionen weniger süße Getränke verkauft.

In Mexiko und einem Teil der USA werden Softdrinks besteuert. Die Höhe der Besteuerung beträgt zwischen vier und fünfzehn Prozent. Vorwiegend der ärmere Bevölkerungsteil konsumiert durch die Steuer weniger gesüßte Getränke und Softdrinks.

Großbritannien hat es mit der Zuckersteuer dazu gebracht, dass die Getränkehersteller Fanta und Sprite ihre Rezepturen geändert haben. Sie haben den Zuckergehalt in ihren Limonaden drastisch gesenkt. Des Weiteren hat Großbritannien eine Lebensmittelampel für die Verbraucher eingeführt. Sehr süße und fettige Lebensmittel sind rot gekennzeichnet und ausgewogenere mit grün.

In Frankreich existiert ein Nutriscore, welcher ebenfalls mit einer Lebensmittelampel gleichzusetzen ist. Der Score gibt den Verbrauchern folgende Informationen:

– die Farbe grün = gesund

– die Farbe gelb = durchschnittlich – die Farbe rot = ungesund

Chile hat in Hinsicht auf die Reduzierung des Zuckerkonsums das strengste Kennzeichnungsgesetz weltweit eingeführt. Produkte mit mehr als zehn Gramm Zucker pro einhundert Gramm werden signalisierend gekennzeichnet. Lebensmittel mit dieser Kennzeichnung dürfen ebenfalls nicht in den Schulen käuflich erworben werden. Dreiviertel der Bevölkerung Chiles ist mit diesem Gesetz sehr zufrieden.

Wirkung bei einer Ernährung mit Zuckerverzicht

Eine Ernährungsumstellung in Bezug auf hohen Zuckerkonsum, bringt uns viele Vorteile.

Wir müssen nicht das Ziel verfolgen, den Zucker komplett aus unserem Leben zu verbannen. Den industriell hergestellten Zucker aus den Haushalten entfernen, steht bei dieser Umstellung an oberster Stelle.

Die Faustregel von fünf Portionen Gemüse (3mal) und Obst (2mal) ist gesund und wichtig für eine ausgewogene Ernährung. Der vorwiegend in Obst enthaltene Fruchtzucker, bietet uns wichtige Vitalstoffe, welche wir neben Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten benötigen. Es handelt sich dabei um wasser- und fettlösliche Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe, Enzyme, Ballaststoffe (Aroma- und Faserstoffe) sowie ungesättigte Fettsäuren.

Ausreichend Vitalstoffe finden wir neben Obst und Gemüse gleichzeitig in, zum Beispiel, einem ganzen Getreidekorn.

Vorteile einer zuckerärmeren Ernährung

Unser Körper profitiert von Risikosenkungen. Das Risiko an Diabetes und Bluthochdruck zu erkranken wird gemindert. Eine Reduktion (Abnahme) des Gewichts ist ein weiterer positiver Aspekt. Es wird einer Hyperglykämie vorgebeugt. Eine Hyperglykämie ist eine zu hohe Menge an Glucose in unserem Blut. Bei einer zuckerärmeren Ernährung ist der Blutzuckerwert weitaus stabiler.

Fazit

Es ist definitiv von Vorteil, sich einmal näher mit dem Thema Zucker zu beschäftigen. Beim Lebensmitteleinkauf die Verkaufsverpackungen intensiver zu betrachten und aufgelistete Inhalte zu studieren.

Ein Verzicht auf Zucker ist schwierig, aber machbar. Zumindest den Genuss dessen etwas einzudämmen. Die möglichen Risiken eines zu hohen Zuckerkonsums sollten uns zum Nachdenken anregen und uns in Versuchung bringen, unser Verhalten diesbezüglich zu bessern.