Aprikosenkerne – gesund oder gefährlich?

Die Samen von Aprikosen (in Österreich: Marillen), werden, als Aprikosenkerne bezeichnet. Unterschieden wird hierbei zwischen einem süßen oder einem bitteren Kern. Während es sich im Super- oder auf dem Wochenmarkt um süße Früchte handelt, sind in der Naturheilkunde die bitteren Kerne der Wildaprikose von nutzen.

In der Regel stammen die süßen Früchte von gezüchteten, handelsüblichen Bäumen und werden in der Süßwarenindustrie unter anderem zur Herstellung von Marzipan und Persipan verwendet. Sie sind nicht so kostenintensiv, wie Mandeln.

Der Unterschied liegt am jeweiligen Baum, woher die Früchte stammen. Bei den gewünschten Stoffen, unterschieden sich beide Sorten kaum, aber die bitteren Aprikosen enthalten geringere Konzentrationen.

Ernte und Verarbeitung- Aprikosenkerne

Beginn der Erntezeit ist der Juli. Die Aprikosen werden dann gelagert und getrocknet, was sorgsam vonstattengehen muss. Schon seit einigen Hundertjahren erweisen sich die Früchte, als beliebtes Trockenobst, die Nachfrage nach den süßen Kernen jedoch, ist erst in den letzten Jahren gestiegen.

Bei den süßen Aprikosen lassen sich die Kerne leicht per Hand ausdrücken, nach einer weiteren Lagerungszeit kann dann zum eigentlichen Inhalt vorgedrungen werden. In der Regel wird dieser Vorgang per Hand absolviert, denn so wird sichergestellt, dass es keine Bruchstücker in der Ware gibt.

In der Naturheilkunde sind die bitteren Aprikosenkerne von Bedeutung, denn sie sollen gesundheitsfördernd sein. Verbraucher bekommen die Früchte überwiegend im Reformhaus, in Bioläden oder in Onlineshops, als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.

Als Alternative bietet der Handel wahlweise, Kapseln mit einem Substrat gemahlener Kerne an. Diese sollen vor allen Dingen in der alternativen Krebstherapie bedeutend sein sollen. Dieser Aspekt wird in der Hauptsache durch den Inhaltsstoff Amygdalin hervorgerufen. Der Inhaltsstoff wird auch, als Vitamin B 17 bezeichnet.

Sind bittere Aprikosenkerne sinnvoll?

Der Verzehr von bitteren Aprikosenkernen soll unbedenklich sein, allerdings ist nicht bekannt, wo die Grenze liegt. Richtig gefährlich kann es für Personen werden, die unter einem gestörten Cyanid Stoffwechsel leiden, denn schon wenige Kerne können ein Schwindelgefühl, Übelkeit oder sogar Erbrechen auslösen.

Das wohl größte Problem beim Verzehr diese Art von Aprikosenkernen, ist eine mögliche Vergiftung durch Cyanid. Auch die Wirkung von Amygdalin ist mehr als umstritten zwischen der alternativen Heilmedizin und der Schulmedizin.

Das sogenannte Vitamin B 17 enthält Blausäure, der Rest beinhaltet Traubenzucker, als auch Benzalaldehyd. Dieses ist ein Aromastoff, welches stark an einen Mandellikör erinnert. Blausäure ist der giftige Teil von Zyankali, welches in Form von bitteren Aprikosenkernen angeboten wird.

Schon immer wurde davor gewarnt, Kerne von Steinobst zu verzehren, hierbei sind lediglich Mandeln die Ausnahme. Es ist zwischenzeitlich gelungen, Sorten zu züchten, die blausäurefrei sind.

Aprikosenkerne zum Kampf gegen Krebs?

Mittlerweile gehört die Einnahme für viele Personen zur täglichen Krebsprophylaxe einfach dazu. Auch diejenigen, die schon an Krebs erkrankt sind, vertrauen auf die Wirkung von bitteren Aprikosenkernen. Sie schwören auf die Wirkung von Amygdalin, was nicht nur in besagten Aprikosenkernen vorhanden ist, sondern auch in Bittermandeln und Apfelkernen.

Weitere Früchte die über den Wirkstoff Amygdalin verfügen sind:

  • Kirschkerne
  • Nektarinen Kerne
  • Pflaumenkerne
  • Weintrauben
  • Schwarzdorn
  • Macadamia Nüsse

Spuren von Vitamin B 17 finden sich des Weiteren in Bohnen, Linsen, Hirse, Kichererbsen, Leinsamen und Mais.

Hinweis:
Wildwachsende Aprikosen beinhalten Vitamin B 17, süße Kerne währenddessen weisen den Stoff nicht auf.

Beim Vitamin B 17 handelt es sich um eine Verbindung zweier Zuckermoleküle (Benzaldehyd, Cyanid). Die richtige Bezeichnung lautet Amygdalin oder Laetril. Diese Verbindung kommt sowohl in bitteren Aprikosenkernen vor, als auch in anderen Kernobst Sorten.

Die Theorie, das der Inhaltsstoff eventuell gegen Krebserkrankungen helfen könnte, ist dem Biochemiker Ernst T. Krebs zu verdanken. Seine Annahme stellte er bereits in den 50er Jahren auf. Bis heute konnte ein wissenschaftlicher Beweis hierfür nicht erbracht werden.

Wirkungsweise gegen Krebs wäre so zu erklären

Das B 17- Molekül besteht aus einer Verbindung zwischen Benzaldehyd und Zyanid. Zyanid ist hochgiftig, in einer chemischen Verbindung jedoch inaktiv. Der Vorgang kann verglichen werden mit Chlorgas in der Verbindung mit Natrium, welches sich nicht als giftig erweist, sondern es entsteht Natriumchlorid, also einfaches Speisesalz.

Die Substanz, die ein B 17- Molekül spaltet und Zyanid freisetzt, befindet sich nirgends im menschlichen Körper, außer eben in Krebszellen. Das wiederum führt dazu, dass B 17 an der Krebszelle gespalten wird und sein Gift in größeren Dosen an die Krebszelle abgibt. Des Weiteren neutralisiert das Enzym Rhodanese Zyanid, welches im Körper vorhanden ist, nur nicht in Krebszellen.

Die Meinungen, ob bittere Aprikosenkerne gesundheitsfördernd oder schädlich sind, gehen weit auseinander. Allerdings sind die Kerne seit Jahrtausenden eine bekannte Ernährungsquelle, denn sie sind ein altes Naturprodukt.

Wirkung und Anwendung von Aprikosenkern Öl

Aprikosenkern Öl wird aus dem Mantel des Steines gewonnen und nicht aus der eigentlichen Frucht. Das Öl findet nicht nur Verwendung in kosmetischen Produkten, sondern kann auch, als Speiseöl in der heimischen Küche verwendet werden.

Um ein Aprikosenkern Öl herzustellen werden zwei unterschiedliche Arten der Früchte benötigt. Hierzu gehören zum einen süße Zuchtaprikosen und zum anderen die eher säuerliche Wildaprikose. Die Zuchtaprikose besitzt einen süßlichen Geschmack mit einem mandelartigen Aroma. Kerne der Früchte werden unter anderem zur Herstellung von Persipan verwendet. Persipan ist eine ähnliche Masse wir Marzipan, in der Herstellung jedoch kostengünstiger.

Im Gegensatz dazu besitzt die Wildaprikose einen bitteren Geschmack, welches vom dem hohen Anteil von Amygdalin herrührt. Die Steine der Frucht sind im Vergleich kleiner und gedrungener.

Die Herstellung

Bei uns werden Aprikosen im Juli geerntet und dann getrocknet. Nach der Hälfte der Trocknungsphase werden die Steine entfernt. Die Wildaprikose hingegen muss zu diesem Zweck halbiert werden und auch diese Steine getrocknet.

Nach dem Prozedere erfolgt eine Qualitätskontrolle, bei der eventuelle schadhafte oder fehlerhafte Kerne entfernt werden. Durch das Verfahren der Kaltpressung wird aus den Kernen das Aprikosen Öl gewonnen.

Das Öl verfügt über Unmengen an ungesättigten Fettsäuren, die dafür sorgen, dass das Öl auch schnell verdirbt. Damit dieser Vorgang nicht stattfindet, wird eine Raffination eingesetzt. Hierbei kommt es zu einer Entschleierung, Entsäuerung und Dämpfung. Dieses Verfahren sorgt dafür, dass das Aprikosenkern Öl länger genutzt werden kann.

Inhaltsstoffe Aprikosenkern Öl

Im Volksmund eher als Aprikosen Öl bezeichnet, ist der korrekte Ausdruck „Aprikosenkern Öl“. Die wichtigsten Anbaugebiete befinden sich in:

  • Türkei
  • Spanien
  • Ungarn
  • Österreich
  • Schweiz

Mittlerweile ist die Frucht und auch das Öl nicht mehr wegzudenken, denn die Kerne erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Anwendungsgebiete sind mannigfaltig, besonders aber in der Kosmetikindustrie zu finden.

Die Inhaltsstoffe im Einzelnen:

  • Olein Fettsäure (Omega- 9- Fettsäure)
  • Linolsäure (Omega- 6- Fettsäure)
  • Palmitinsäure
  • Palmitoleinsäure
  • Tocopherol (Vitamin E)
  • Spuren von B- Vitaminen
  • Vitamin A

Die Olein Fettsäure ist mit bis zu 70 % ein fester Bestandteil des Aprikosenkern Öls. Da der menschliche Körper diese nicht selber produzieren kann, ist sie essentiell. Der Inhaltsstoff ist in der Lage gereizte Haut zu beruhigen und eine Kontaktdermatitis zu lindern. Weiterhin kann sich durch die Nutzung sonngeschädigte Haut erholen und der Wirkstoff hilft ebenso Mitesser zu verkleinern und Hautflecken abzumildern.

100 Gramm Aprikosenkern Öl enthalten:

  • Kalorien: 932
  • Fettgehalt: 100 g
  • gesättigte Fettsäuren: 6 g
  • ungesättigte Fettsäuren: 94 g
  • einfach ungesättigte Fettsäuren: 66 g
  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren: 28 g
  • Cholesterin: 0 mg
  • Natrium: 0 mg
  • Kohlenhydrate: 0 g
  • Ballaststoffe: 0 g
  • Zucker: 0 g

Bei der Zusammensetzung fällt sofort auf, dass es eine positive Wirkung auf die Haut geben muss. Dieses Kriterium ist wichtig, denn so lässt sich die hohe Nutzung im kosmetischen und pflegenden Bereich erklären.

Aprikosenkern Öl beruhigt und heilt die Haut bei äußerer Anwendung und bleibt dabei sehr mild. Das Öl findet Verwendung bei unterschiedlichen Hauttypen und kann bei Babys. als auch bei Kleinkindern verwendet werden.

Anwendungsgebiete von Aprikosenkernöl

Auch in der Haarpflege ist Aprikosenkernöl zu empfehlen, es wirkt nicht nur glättend, sondern schützt Haarspitzen und ist besonders für trockenes Haar bestens geeignet. Nach dem Waschen etwas Öl einmassieren und nach einigen Minuten gut auswaschen. Durch den hohen Verträglichkeitsgrad, kann das Öl sogar bei kleinen Kindern, als Pflegemaßnahme Verwendung finden, hier jedoch sparsamer damit umgehen.

Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Personen mit einer Kontaktallergie. Angeschlagene Haut wird gepflegt und das Öl hilft zudem bei der Regeneration. Es zieht besonders schnell ein und reguliert den Feuchtigkeitsgehalt.

Als Basis Öl wird Aprikosenkern Öl in Feuchtigkeitscremes verarbeitet. Es kann pur, als auch gemischt verwendet werden. Das Öl wird genutzt, als After- Sun- Pflegemittel oder bei lichtbedingten Flecken der Haut.

Sogar zur Entfernung von Make- up lässt sich Aprikosenkern Öl verwenden. Für eine unreine Haut empfiehlt es sich, vor dem Auftragen der eigentlichen Gesichtspflege, ein wenig Öl als Serum zu verwenden.

Dosierung und Einnahme

In der heimischen Küche kann das Aprikosenkern Öl gut für Dressings über verschiedene Salate genutzt werden. Zum Erhitzen eignet es sich weniger, denn der größte Teil der Aromastoffe und wichtige Inhaltsstoffe würden verloren gehen.

Hinweis:
Bei einer Erhitzung von über 220 Grad kann Aprikosenkern Öl gesundheitsschädigend wirken. In der Homöopathie findet es Anwendung bei einer Krebstherapie, sollte das Öl dahingehend eingenommen werden, ist das im Vorfeld mit dem behandelndem Arzt abzuklären.

Soll das Öl in der Küche Verwendung finden, muss der Nutzer beim Kauf genau auf die Herstellung achten. Es sollte sich um reines Aprikosenkern Öl handeln, keine Zusatzstoffe aufweisen und unraffiniert sein. Es empfiehlt sich der Kauf in einem Reformhaus, einem Bio- Markt oder bei einem speziellen Hersteller.

Was sollte beim Kauf beachtet werden?

Der Verbraucher sollte beim Kauf nicht nur auf die empfohlene Lagerung achten, sondern auch einen Blick auf die Inhaltsstoffe legen. Die Wahl kann auf ein reines oder ein verzehrbares Öl fallen. Das Öl muss trocken und lichtgeschützt gelagert werden.

Als vorteilhaft hat sich ein Öl herausgestellt, welches physisch raffiniert wurde, im Gegensatz zu einer chemischen Variante. Die Farbe gibt einen Aufschluss darüber, um welches Öl es sich handelt:

  • Mittelgelber Farbton: (Öl wurde kaltgepresst und ist pur)
  • Hellgelber Farbton: (Öl wurde raffiniert. Aroma und Geschmack sind nicht ganz so ausgeprägt)

Hochwertige und reinere Öle sind etwas kostenintensiver, aber besser für die Gesundheit. Der Preis sollte nicht das erste Auswahlkriterium sein.

Verkaufsformen

Aprikosenkern Öl ist aus biologischem Anbau erhältlich. Vorteil hierbei: Reinheit und Verträglichkeit. Personen, die an einer Allergie leiden oder bei der Anwendung bei einem Kleinkind ist dieses Öl vorzuziehen. Wer ganz sicher sein möchte, sollte auf ein Zertifikat Wert legen. Besonders geeignet ist das Öl bei Ekzemen oder einer Windeldermatitis.

Der Handel bietet eine Creme, welche auf der Basis von Aprikosenkern Öl hergestellt wurde. Sie eignet sich besonders für die Hausapotheke, ist jedoch eher eine inhaltstoffarme Variante. Genutzt werden kann die Creme zum Beispiel bei kleineren Hautirritationen, sowie bei einem leichten Sonnenbrand. Zeigt die Haut mögliche Irritationen, kann eine Kur mit Aprikosenkern Öl über einen Zeitraum von bis zu vier Wochen angewendet werden.

Der Handel bietet Flaschen mit Aprikosenkern Öl. In der Regel wird pures, unbehandeltes Öl verkauft, so kann die Haltbarkeit verlängert werden. Gute Hersteller bieten Flaschen mit einer Pipette an, was eine genauere Dosierung möglich macht. Vereinzelt führen auch Feinkostläden das Öl und können über mögliche Zubereitungsmöglichkeiten Auskunft geben.

Raffiniertes Aprikosenkern Öl ist überwiegend für kosmetische Zwecke geeignet. Verbraucher finden es unter anderem bei einigen Einzelhändlern oder eventuell in einem gut sortierten Drogeriemarkt. Für die Körperpflege eignet sich Aprikosenkern Öl bestens. Auf noch feuchte Haut aufgetragen, kann der Anwender die Feuchtigkeit auf Dauer erhöhen. Lotionen, als auch Cremes sind gut verträglich und für fast sämtliche Hauttypen bestens geeignet.

Aprikosenkern Öl ist häufig in Babys- und Kleinkinder Abteilungen zu finden. Es ist zu empfehlen bei Windeldermatitis oder zur allgemeinen Hautpflege. Bei Ekzemen verschafft es Linderung, dabei sollte der Verbraucher auf hochwertige und kontrollierte Produkte achten. Der Handel bietet Artikel in Form von Lotionen, Shampoos, Cremes und Schutzcremes an.